*
Logo-Mikado1244-TOP
blockHeaderEditIcon
Logo des Verein MIKADO 1244
Menu-Top01
blockHeaderEditIcon

Taufe der Gotthard-Lokomotive Ae 6/6 11407 „Aargau“

24. Mai 1956 in Aarau

Schulaufsatz von Bruno Notter
Oberschule Bremgarten

 

Am 24. Mai 1956 wurde die Gotthard-Lokomotive Ae 6/6 11407 Namens „Aargau“ in Aarau eingeweiht. Von allen 233 Gemeinden des Kantons wurden ein paar Schüler und Schülerinnen ausgelost. Von der Oberschule Bremgarten traf das Los mich. Ich war Bezirksfähnrich unseres Bremgartner Bezirkes. Der Zug wurde zusammengestellt aus den modernsten Leichtstahlwagen und dem Salonwagen für die Gäste. Der Zug bestand aus 16 Wagen. Es waren 1'600 Schülerinnen und Schüler beisammen. Jeder Schüler und jede Schülerin musste ein kleines Fähnlein vom Wohnort mitbringen.

Festakt in Aarau


Als alle Schülerinnen und Schüler beisammen waren spielte die Kadettenmusik einen Marsch zur Begrüssung. Darauf richtete der Generaldirektor der SBB Dr. Ing. Wichsner an uns Schülerinnen und Schüler ermunternde Worte. Er rühmte unseren Kanton. Aus dem Aargau kommen alle grossen Eisenbahner. Ein spezieller Dank und Ruhm gehört der BBC Baden für die gelieferten Instrumente und Triebmotoren.

Nun kam der Erziehungsdirektor des Kantons Aargau Dr. U. Schwarz aufs Rednerpult. Zum Lokomotivführer sprach er: „Ich wünsche Ihnen viel Glück für die erste Fahrt mit der Loki „Aargau“, vor allem aber, dass Sie die 6'000 PS im Zügel halten können und ja keines neben die Schienen springt“. Zwei Mädchen und zwei Knaben in der Aargauer Tracht trugen ein Gedicht über die Loki vor, das ein Aargauer Lehrer geschrieben hatte.

Nun begann die Enthüllung des Wappens. Die zwei Mädchen in der Aargauertracht rissen an einer Schnur die Umhüllung weg. In diesem Moment drückte der Lokomotivführer auf den Pfeifenknopf und gab einen gewaltigen Pfiff. Danach fuhr der Lokomotivführer weg und die Lokomotive wurde mit den Wagen gekuppelt und wir durften einsteigen.

Fahrt in den Tessin


Das Ziel der Jubiläumsfahrt war Giubiasco im Tessin. Wir fuhren von Aarau über Lenzburg, Wohlen, Boswil, Sins, Rotkreuz, Immensee, Arth-Goldau, Steinen, Erstfeld, Wassen, Airolo, Biasca und Bellinzona nach Giubiasco. Auf allen Bahnhöfen jubelten wir den Leuten zu die beim Bahnhof standen. Im ganzen Freiamt jubelten die Schulen der Loki „Aargau“ zu. In Altdorf stand die Schuljugend am Bahnhof in weissen Kutten mit der Urner Kantonsfahne und den Gemeindefähnchen. Bei der Vorbeifahrt beim Depot Erstfeld sagte der Reiseleiter, dass hier das Heimatdepot sei. Im Wassener Kehrtunnel machten wir Versuche mit einem Pendel. In Airolo, beim Denkmal an Louis Favre, dem Erbauer der Gotthardbahn, spielte die Kadettenmusik einen Marsch.

Festakt in Giubiasco


Als wir in Giubiasco ankamen spielte die Musikgesellschaft Giubiasco einen Marsch. Dann wurde der Festzug aufgestellt. Er führte uns durchs ganze Dorf zur Militärkaserne. Dort hiess uns der Gemeindepräsident willkommen. Eine Schulklasse sang ein schönes Tessinerlied. Nachher überbrachten eine Schülerin und ein Schüler die Glückwünsche unseres Rüeblikantons und dazu ein grosser Sack Rüebli. Darauf sangen wir alle unser Aargauerlied. Zum Zobig gab es Panettoni und Tee.

Rückfahrt in den Aargau    


Nach dem guten Tessinerzobig marschierten wir nach dem Bahnhof und steigen wieder in den Zug ein. Wir fuhren wieder die gleiche Strecke Richtung Aargau. Im Zuge hörten wir durch die Lautsprecher Tessinerlieder. In Wohlen wurde die Lokomotive abgekuppelt und danach ins Heimatdepot Erstfeld überführt. Wir Bremgartner Schüler und Schülerinnen stiegen in die Bremgarten-Dietikon-Bahn und fuhren heim in unser Reussstädchen.

Das war ein schöner, unvergesslicher Tag!


Bruno Notter

Abschrift des Originaltextes von Bruno Notter durch den Verein Mikado 1244 Willy Dingeldein 1. März 2010

Copyright

 

Heute noch, wie damals anno 1956, zu sehen.

1600 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Aargau durften an der Einweihungsfahrt nach Giubiasco im Tessin teilnehmen.

Wie damals und auch heute noch üblich: "Trachtemeitschi" gehören dazu.

Ae 6/6 11407 "Aargau", anlässlich der Einweihungsfeier am 24.5.1956 in Aarau.


Bruno Notter vor der Ae 6/6 11407 "Aargau" im Jahre 2010

 

 

Bruno Notter, Aarau Rohr

 
Bruno Notter wurde in Bremgarten (AG) geboren und verbrachte dort seine Jugendzeit. Als im Jahr 1956 die Ae 6/6 11407 „AARGAU“ in Münchenstein von BBC an die SBB abgeliefert wurde, durfte er an der nach damaliger Sitte als Geste der SBB an die Bevölkerung gedachten „Einweihungsfahrt“ in den Tessin teilnehmen. Er beschrieb in einem Aufsatz den damaligen Festakt in Aarau und diese Fahrt. Der Aufsatz ist auf unserer Website unter dem Titel „Taufe der Gotthard-Lokomotive Ae 6/6 11407 „AARGAU“ nachzulesen.
An der Mitgliederfahrt des Vereins Mikado 1244 (VMik) vom 26. Juni 2010 nach Mendrisio nahm Bruno Notter ebenfalls teil. Unser Präsident hat sich mit ihm über sein Leben nach der Einweihungsfahrt 1956 unterhalten und einige Fotos von ihm vor „seiner“ Lokomotive geschossen.
Nach dem Erscheinen seines Aufsatzes in der damaligen Presse hörte Bruno Notter eigentlich nichts mehr. Das heisst, er sammelte seit seiner Jugendzeit alle erreichbaren Photos und Bilder von Triebfahr­zeugen aus Zeitungen, Zeitschriften etc und bekundete damit sein frühes Interesse an der Eisenbahn. Später fotografierte er dann selbst, was er an Aufnahmen noch nicht besass.
Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre im Spenglereigewerbe. Schon früh zog es ihn zur SBB, wo er etwa 2 Jahre lang bei der Bauabteilung in Zürich auf dem Gebiet des Niederspannungs- und Fernmelde­wesens arbeitete. Dann wechselte er in den Triebfahrzeugunterhalt im Lokomotivdepot G in Zürich. Dort unterhielt und reparierte er nach der damals üblichen Einarbeitungszeit alle möglichen Trieb­fahrzeuge, vom „Krokodil“ bis zu den damals modernen Vorortstriebzügen RABDe 12/12, genannt „Mirage“.
1970 verliess er die SBB und trat nach einer Ausbildung bei der Stadtpolizei Aarau in das Korps der Stadt­polizei Bremgarten und schliesslich bei der Gemeindepolizei Rohr (AG) ein. Nach dem Zusammenlegen dieser Gemeindepolizei mit der Stadtpolizei Aarau wechselte er bis zu seiner Pensionierung zum Ver­kehrsdienst dieses Polizeikorps.
Als Hobby blieb er aber zeitlebens ein „Bahnfan“, aber einer der guten Sorte. Er ist Mitglied bei mehreren Vereinen, die sich mit dem Eisenbahn- und dem Tram/Busbetrieb befassen. So arbeitet er aktiv in der Werkstätte Aarau der Dampfbahn Furka-Bergstrecke mit. Und er besitzt eine sehr umfangreiche Sammlung an Dokumenten über die Auto- und Trolleybusse und die Trams der Städte Zürich, Winterthur und Aarau.
Sodann umfasst sein privates Archiv sehr viele Akten über die Bremgarten-Dietikon- und die Wohlen-Meisterschwanden-Bahn (BDWM) sowie die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB). Man kann ihn als eigentlichen Chronisten dieser beiden Aargauer Schmalspurbahnen bezeichnen, denn er besitzt unzählige Dokumente zur Geschichte dieser Bahnen, und oft wird er um Auskünfte über vergan­gene Zeiten angefragt, auch von offiziellen Stellen. Momentan beschäftigt er sich mit dem Zusammenstellen und der Reorganisation des Archivs der BDWM. Er ist auch Mitautor verschiedener Bücher und Broschüren zu Bahn- und Busjubiläen im Aargau.
Und so ganz nebenbei leitet er die Männerriege Rohr (AG) als Präsident. Und schliesslich leistet er, als ehemaliger Polizist, zeitweise Begleit- und Sicherheitsdienst in den Nachtbussen der A-Welle Aarau.
Offensichtlich erhält das Sich-Beschäftigen mit Eisenbahn, Bus und Tram oder, ganz allgemein gespro­chen, mit dem öffentlichen Verkehr (öV), jung! Anders wäre es gar nicht möglich, im dritten Lebens­abschnitt derart vielfältige Aktivitäten gleichzeitig auszuüben.

 

 

Copyright
blockHeaderEditIcon
Social-Menu
blockHeaderEditIcon

© Webdesign by Worldsoft & Ripe-WORLD

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail